Es sind Hunderttausende – können wir alle nehmen oder ist unser Boot voll?

Sie sind vor allem jung, männlich, wütend und haben mehrheitlich eine niedrige Bildung. Was vielen von uns Angst macht: es sind Hunderttausende von ihnen, die sich hier breit machen. Und: Es werden immer mehr! Dabei ist ‬Österreich nur ein kleines Land und wir können nicht alle nehmen – unsere Kapazitäten sind begrenzt.

Integration wird Herkules-Aufgabe
Eines von vielen Problemen: Das Verhalten der vielen Traumatisierten unterscheidet sich von uns ÖsterreicherInnen massiv, alleine schon von der Kultur sind sie ganz anders. Wie können wir es trotzdem schaffen, sie in unsere Gesellschaft zu integrieren? Ich glaube: Gerade weil hier die hohe Politik versagt, sind in diesen Zeiten unsere Mitmenschlichkeit und Solidarität gefordert! Wir brauchen eine Willkommenskultur, ganz nach dem Motto: Schön, dass ihr da seid!

Junge Männer als Chance
Österreich altert schnell, das Land braucht dringend junge Arbeitskräfte. Ich sehe in diesen Hunderttausenden daher eine Chance für unser Österreich. Ja, wir werden viele Deutschkurse anbieten müssen, unsere Sprache ist nicht leicht zu lernen. Und ja, das wird teuer, richtig teuer sogar. Und wir müssen sie ordentlich (aus)bilden, damit sie in Zukunft ein Mehrwert für unsere Gesellschaft werden können – und auch das wird noch einmal ganz viel Steuergeld kosten. Aber gut Deutsch zu können, ist der erste Schritt in Richtung Integration. Und ich glaube, dann kann das Miteinander auch funktionieren. Konzentrieren wir uns in dieser Krise nicht immer nur auf das Negative, streichen wir das Positive hervor. Oder um es mit den Worten von Angela Merkel zu sagen: Wir schaffen das!

In diesem Sinne: #fpoewaehlerwelcome

„NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ – Faktencheck

Die Facebook-Seite „NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ gefällt mittlerweile über 4.000 Menschen. Kleine Randnotiz: Die Kaserne ist als Asyl-Unterkunft vorerst vom Tisch. Der Horner ÖVP-Bürgermeister Maier möchte trotzdem Platz für 100 Menschen schaffen, vorerst für ein Jahr. Aber halt nicht in der Kaserne. Wer PolitikerInnen kennt (und wer tut das nicht), weiß, dass solche Pläne auch bald wieder ganz anders aussehen können. Maier wollte bis vor wenigen Tagen überhaupt gar keine Flüchtlinge aufnehmen. So schnell kanns gehen.

Zurück zu der oben besagten FB-Seite. Dort posten sehr viele Leute. Ich möchte – wie in meinem letzten Blogpost versprochen – einzelne Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen. Ein Faktencheck.

POST3

„De bekommen alles in den Arsch geschoben.“ Solche Aussagen finde ich immer wieder. AsylwerberInnen, die angeblich alles bekommen? Ich will mehr wissen. Ich greife zum Handy und rufe bei der Asylkoordination Österreich an. Ich frage, wie viel Geld AsylwerberInnen nun bekommen würden? Obfrau Anny Knapp beginnt zu erklären, ich schreibe mit (Streber!).

Die erste Info, die ich bekomme: Asylwerber können auf 3 unterschiedliche Arten untergebracht werden.

Variante 1: Vollverpflegung

Das heißt: AsylwerberIn bekommt eine Unterkunft + Verpflegung (Frühstück, Mitagessen, Abendessen). Bei dieser Variante erhalten Flüchtlinge 40 Euro Taschengeld pro Monat.

Ich bin verwirrt. 40 Euro Taschengeld? Pro Monat? Das sind pro Tag 1 Euro und 33 Cent. Zum Vergleich: Eine Öffi-Einzelfahrkarte in Wien kostet € 2,20. Hm, aber irgendwo muss es doch diese Typen geben, die alles in den Arsch geschoben bekommen?!

Variante 2: Selbstversorgung

Ist dasselbe wie Variante 1, nur eben ohne Verpflegung, sagt Obfrau Knapp von der Asylkoordination. AsylwerberInnen bekommen also eine Unterkunft, müssen aber selbst Essen besorgen und kochen. Monatliches Verpflegungsgeld: 150 Euro pro Monat, pro Tag also 5 Euro für Frühstück, Mittag- und Abendessen.

5 Euro waren früher (=Schillingzeiten) richtig viel Asche – als ich noch Schüler war, meine ich. 1999 wären das 70 Schilling gewesen! Wie viel (oder wie wenig) Essen man sich heute mit 5 Euro leisten kann, wissen wir alle.

Variante 3: Individuelle Unterbringung

So, letzte Chance. Jetzt muss Cash fließen! Denkste. Frau Knapp erklärt mir die „Individuelle Unterbringung“: AsylwerberIn mietet selbst eine Wohnung und verpflegt sich selbst. Ich frage, wie viel Geld – sagen wir einmal – eine fünfköpfige Familie (2 Erwachsene, 3 Kinder) bekommen würde? Frau Knapp rechnet vor: 910 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Eine fünfköpfige österreichische Familie, die Leistungen aus der Mindestsicherung bezieht, bekommt mindestens 2.200 Euro pro Monat (Quelle: UNHCR).

Ich bedanke mich bei Frau Knapp für das Gespräch, lege auf und schaue auf Facebook.

POST1

„Wir werden ausgenommen“. Nein, werden wir nicht. Eine wichtige Info habe ich vergessen: AsylwerberInnen haben KEINEN Anspruch auf Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Mindestsicherung, Pflegegeld oder Wohnbeihilfe.

Faktencheck: Ergebnis 

AsylwerberInnen, die „alles in den Arsch geschoben bekommen“, konnte ich vorerst nicht finden. Aber ich verspreche euch, ich suche weiter!

Achja: Die FB-Seite „NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ wird vorerst „auf Eis“ gelegt, das geben zumindest die anonymen Betreiber bekannt. Dennoch werde ich weiterhin verfolgen, was dort so abgeht.

„NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ – Ein paar Gedanken

Gestern Dienstag (19. Mai) kommt die Meldung auf, SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug würde leer stehende Kasernen als Flüchtlings-Unterkünfte anbieten. Kleine Randnotiz: Zurzeit müssen in Oberösterreich und Salzburg Menschen in Zelten schlafen, solche Bilder kennt man eigentlich nur aus Jordanien, Pakistan, etc., nun gibt es das auch in Österreich.

Zurück zu den Kasernen: Klug bietet sie österreichweit an. Ein genannter Standort ist Horn, mein Heimatbezirk. Hier könnten bis zu 400 Asylwerber Platz finden, es könnten aber auch weniger sein. Weil ich gestern zu dem Thema recherchiere, schaue ich auf Facebook und merke, was da abgeht. Und was ich sehe, verursacht Kopfschütteln.

FPÖ Niederösterreich Gottfried Waldhäusl

Für Niederösterreichs FPÖ-Klubobmann Waldhäusl ist es bereits Fakt, dass im Juli 400 Flüchtlinge kommen – das kann aktuell nur Spekulation sein, außer Herr Waldhäusl kann in die Zukunft blicken.

Nun gut. Ich scrolle meine Facebook-Timeline runter und sehe, dass vielen meiner FB-Freunde die Seite „NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ gefällt. Ich klicke drauf und bereue es noch im selben Moment, vorausahnend was wohl auf mich zukommen wird (offensichtlich kann ich wie Herr Waldhäusl auch in die Zukunft blicken).

Und so schaut das dort aus.

Unsere Stadt - Unsere Regeln!

Ein „Herzlich Wilkommen“-Plakat, wie man es von Ortseinfahrten am Land kennt, sieht definitiv anders aus. Ich scrolle weiter und öffne die Kommentare der User. Mein nächster Fehler.

POST4 POST3 POST1 POST2

„Weg mit dem Dreckspack“ – „Die bekommen alles in den Arsch geschoben“ – „de hundsgfrasta braucht kana!!!“

All das sind nur einige Beispiel-Kommentare. Dass es hier um notleidende Menschen geht, interessiert hier offensichtlich kaum jemanden. Einige wenige üben Kritik an der FB-Seite, der Großteil ist den Flüchtlingen aber negativ eingestellt. Wer die Seite betreibt, ist nicht ersichtlich. Anonym hasst es sich besser.

Darf man an einer möglicherweise (mehr ist es noch nicht) geplanten Asyl-Unterkunft Kritik üben? Natürlich, aber wenn, dann bitte sachlich und mit Argumenten. Ich persönlich halte es für wenig sinnvoll, hunderte zum Teil schwerst traumatisierte Menschen an einem Punkt unterzubringen. Vor allem, wenn Asylverfahren noch immer viele Monate dauern und diese Menschen zum Nichtstun verdammt sind. Integration ist dann praktisch unmöglich.

Leider naiv ist auch das Vorgehen der Bundesregierung – wie übrigens beim gesamten Thema Flüchtlinge/Asyl. Gemeinden über Medien ausrichten zu lassen, dass bei ihnen womöglich schon bald ein paar hundert Flüchtlinge unterkommen sollen, ist denkbar unklug (Achtung, Wortwitz). Solche Ideen müssen zuerst überlegt und zu Plänen ausgearbeitet werden. Im Idealfall bezieht man die Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Orten ein, klärt über Vor- und Nachteile auf (Ja, Demokratie ist mühsam, aber wir BürgerInnen verdienen uns solche politischen Prozesse).

Und dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass Österreich helfen muss und das auch kann. Laut Caritas nehmen derzeit 2 von 10 Gemeinden Flüchtlinge auf – der leidige Spruch „Das Boot ist voll“ kann daher nur ein schlechter Scherz sein.

Achja: weil auf der Seite „NEIN zum Groß-Asylheim in Horn“ regelmäßige Falschinformationen („Asylwerbern wird Geld in den A… geschoben,“ etc.) kursieren, werde ich in nächster Zeit nochmal was dazu schreiben.

Nathan’s Famous Hot Dog – Coney Island

Nein, hier in New York wurde das Hot Dog nicht erfunden. Die Frankfurter haben als erste die Wurst ins Brötchen gelegt. Dennoch ist Nathan’s Famous Kult und Heimat des „Hot Dog Eating Contest“. Mahlzeit.

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